Land und Leute

Willkommen auf den Malediven!

Wie grün-weiße Perlen liegen die Koralleninseln der Republik Malediven verstreut im Indischen Ozean. Noch immer sind die Malediven der Inbegriff für traumhaften Inselurlaub ohne Zwänge. Ein fast unbegrenztes Wassersportangebot und natürlich die wunderschöne Unterwasserwelt locken jedes Jahr viele Besucher aus aller Welt an. Auch Wellness ist inzwischen ein beliebtes Thema auf der Inselrepublik und wird in einigen Hotels auf höchstem Niveau angeboten. Einige der schönsten Hotels haben wir für Sie in der folgenden Karte eingezeichnet. Infos zu den Hotels und aktuelle Sonderangebote finden Sie auf www.ewtc.de.


Geographie

Die Malediven liegen rund 450 km südwestlich von Indien und 800 km südwestlich von Sri Lanka im Indischen Ozean. Aufgeteilt in 26 Atollgruppen erstrecken sich die Malediven auf einer Strecke von etwa 130 km von West nach Ost und bis zu 900 km von Nord nach Süd. Dabei ragen die rund 1.190 teilweise winzigen Inselchen nur etwa ein bis zwei Meter aus dem Meer heraus. Geschützt werden sie durch Korallenriffe, die ein Überschwemmen verhindern und Lagunen vor den Stränden bilden. Nur 200 Inseln sind bewohnt und cirka 87 wurden zu Touristen-Domizilen umgebaut.


Geschichte

Die frühesten Siedler kamen nach heutigem Wissensstand aus Südindien und besiedelten die Malediven etwa um 1500 vor Christus. Auch die Phönizier, Ägypter, Griechen und Chinesen betrieben bereits Handel mit der Urbevölkerung. Zunächst ist der Hinduismus, später der Buddhismus und ab etwa 1150 der Islam die vorherrschende Religion. Letztere wurde durch den ersten islamischen Herrscher der Malediven, Dharmas Mohammed Ibn Abdulla Barakat, zur Staatsreligion.

Von 1497 bis 1573 dauerte die Kolonialherrschaft der Portugiesen auf den Malediven – ein relativ dunkles Kapitel in der Landesgeschichte. Der Inselstaat war aus strategischen Gründen interessant, da er auf der Route zwischen Indien und Portugal lag. Erst 1573 gelingt es Muhammad Thakurufaan, unter Mithilfe von Südindien, die Portugiesen in einem achtjährigen Krieg zu vertreiben. Er selbst wird danach zum Sultan gewählt und startet umfangreiche Reformen. Zum Beispiel die Gründung einer Armee, um zukünftige Angriffe besser abwehren zu können. Der Tag der Befreiung am 3. November gilt heute noch als Nationalfeiertag auf den  Malediven und Thakurufaan wird noch immer als Nationalheld verehrt.

Im Jahr 1802 geht auf Sri Lanka die Macht von den Holländern auf die Engländer über, die auch die Handelsverträge mit den Malediven übernehmen. 1834 werden die Malediven zum ersten mal kartographisch erfasst und vermessen – ebenfalls durch die Engländer.

Um 1883 entbrennt erneut ein Machtkampf um die Vorherrschaft auf den Malediven, bei dem angeblich sogar Deutschland versucht haben soll, seine Interessen zu vertreten und die Malediven zu besetzen. Der ehemalige Premierminister Dhoshimeyna gewann die Engländer für die Unterzeichnung eines Protektoratsvertrages, der am 16. Dezember 1887 geschlossen wurde. Großbritannien verpflichtet sich darin, die Malediven gegen Angriffe durch Drittländer zu schützen, ohne sich aber in die innerpolitischen Angelegenheiten einzumischen. Im Gegenzug erhielten die Briten Handelsvorrechte und Geldzahlungen.

Im Jahr 1932 setzt ein Demokratisierungsprozess auf den Malediven ein und die absolute Monarchie wird in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt.

Großbritannien errichtete während des zweiten Weltkriegs auf der Insel Gan im Addu-Atoll einen Militärflughafen. Die dortige Bevölkerung wird zwangsumgesiedelt.

Am 1. Januar 1953 wird auf den Malediven die erste Republik ausgerufen, die allerdings zunächst nur kurz Bestand hat. Präsident Amin Didi bringt die Elektrizität nach Male, fördert Sport und das Schulwesen und setzt sich für ein modernes Gesundheitswesen ein.

Erst am 26. Juli 1965 entlassen die Briten die Malediven in die Unabhängigkeit. Es erfolgt die Aufnahme in die Vereinten Nationen, man knüpft diplomatische Beziehungen zu vielen Staaten der Erde.

1976 wird die britische Luftwaffenbasis auf Gan geschlossen. Ein Angebot der Sowjetunion zur Nutzung von Gan gegen Bezahlung lehnte die Regierung der Malediven im Oktober 1977 ab.

In den Siebziger Jahren hat das Land zudem mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Zum einen wurde die britische Luftwaffenbasis als großer Arbeitgeber geschlossen, zum anderen versiegte eine der wichtigsten Devisenquellen des Landes, der Handel mit Trockenfisch mit Sri Lanka. Man beschloss daher, das Land für den Tourismus zu öffnen. Kurumba und Bandos im Nordmale Atoll sind die ersten Touristeninseln der Malediven. Die Deviseneinnahmen werden jedoch durch Korruption und Veruntreuung in falsche Bahnen gelenkt, wodurch das Land in den Folgejahren in Armut versinkt. Erst, als die Regierung um Präsident Ibrahim Nasir des Landes verwiesen wird, bessert sich die Lage.

1988 wird das Land von einem Putschversuch durch tamilische Rebellen überrascht, die vermutlich durch den korrupten Ex-Präsidenten Nasir angeheuert worden sein sollen. Dank der schnellen militärischen Unterstützung Indiens konnte der Anschlag jedoch schnell niedergeschlagen werden. Dennoch ist der 3. November, der Tag des Überfalles, noch heute ein nationaler Feiertag.

Seit 1978 ist Präsident Gayoom Staatsoberhaupt der Malediven. Im Jahr 1998 gewann er die Präsidentschaftswahl mit fast 90% der Stimmen und ist noch heute im Amt. (Stand: November 2006)

Kultur

Die Verschmelzung verschiedenster Kulturkreise macht die heute Kultur auf den Malediven so einzigartig. So wurden zum Beispiel lokale Musik und Tänze stark von Afrika beeinflusst, wie etwa an den rhythmischem Trommeln und ostafrikanischen Sprachelementen zu erkennen ist. Durch die Nähe zu Südasien würde man einen großen Einfluss dieser Region erwarten, die sich auch in Musik und Tanz und vor allem im traditionellen Essen der Malediver wieder findet. Im gesellschaftlichen Leben wurden jedoch nur wenige der Gebräuche Südasiens übernommen - vor allem was die Rolle der Frauen in der Gesellschaft anbelangt. So sind beispielsweise Frauen auf dem Subkontinent größtenteils vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Auf den Malediven ist das Gegenteil der Fall. Dies ist auch sinnvoll, denn die Männer verdienen das Geld für ihre Familien in der Regel durch Fischfang, d.h. den ganzen Tag auf See zu sein, oder als Angestellte auf den Hotelinseln, auf denen Sie dann den größten Teil des Jahres verbringen. Speziell die letztere Gruppe sieht ihre Familien nur wenige Wochen im Jahr.

Religion

Die meisten Einwohner gehören der sunnitischen Richtung des Islam an. Deshalb sollte man bei einem Besuch der Hauptstadt Male oder anderen bewohnten Inseln aus Respekt auf angemessene Kleidung achten. Nackt- und Oben-Ohne-Baden ist offiziell nicht gestattet.

Politik

Das Volk wird auf den Malediven von einem Ein-Kammer-Parlament (Majlis) vertreten, dem ein Präsident als Staatsoberhaupt vorsitzt. Am 1. Januar 1998 trat eine veränderte Verfassung in Kraft, die eine Erhöhung der Abgeordnetenzahl von 48 auf 50 vorsah. 42 davon werden auf fünf Jahre in allgemeinen Wahlen gewählt. Darunter befinden sich je zwei Vertreter der 20 Atolle der Verwaltungsbezirke und zwei Abgeordnete der Hauptstadt Male. Acht Abgeordnete werden vom Präsidenten ernannt.

Das Land hat 21 Verwaltungsbezirke, wobei die Hauptstadt direkt der zentralen Verwaltung untersteht. 20 Atolle werden von je einem Atollchef (in der Amtssprache: Verin) geleitet, der vom Präsidenten ernannt wird.

Zwar gibt es keine politischen Parteien im Land, die Gründung einer Partei ist jedoch nicht verboten.

Die Malediven unterhalten keine eigene Armee, sondern lediglich einen freiwilligen „National Security Service“ mit etwa 2.000 Mitgliedern, die seit 1989 auch weiblich sein dürfen.

Wirtschaft

Die Haupteinnahmequelle auf den Malediven ist der Tourismus. Er bildet nahezu 20% des Bruttoinlandsproduktes, dicht gefolgt von Fischerei und Handel. Die Maledivische Wirtschaft gilt als beispiellos in der Region und begrüßt ausländische Investoren.

Bevölkerung

Gerade einmal 360.000 Menschen leben auf den Malediven, die insgesamt eine Landfläche von nur knapp 300 km² aufweisen. Gut ein Viertel davon leben in der Hauptstadt Male. Etwa 98% der Bevölkerung können lesen und schreiben. Der Erziehungs- und Ausbildungsstand gehört zu den höchsten der Region. Die Schulen unterrichten nach dem englischen Schulsystem.