Tier- und Pflanzenwelt

Die Tier- und Pflanzenwelt auf den Malediven besticht in erster Linie unter Wasser durch ihre unglaubliche Vielfalt. Über Wasser ist das Bild eher einförmig. Zwar gibt es etwa 250 verschiedene Pflanzenarten, die auf den Malediven wachsen, jedoch ist das Landschaftsbild geprägt von Kokospalmen und Büschen. Auf den Wohninseln der Einheimischen finden sich häufig Nutzpflanzen, wie zum Beispiel Papaya, Banane, Brotfrucht und weitere Feldfrüchte. Obwohl die Kokospalmen oft wild wachsen, werden sie intensiv genutzt und beerntet. Auch jede wilde Palme hat einen Besitzer.

Im Gegensatz zur Unterwasserwelt ist die Tierwelt der Malediven ist auf dem Land nicht sehr artenreich. Man vermutet, dass die Landtiere von den benachbarten Lakkadiven auf die Malediven kamen. Ursprünglich gab es nur zwei Landsäugetiere auf den Malediven, beides Fledertiere. Der indische Flughund ist die häufigste Art. Mäuse und Ratten wurden erst später über Schiffe eingeschleppt. Außerdem sieht man überall Geckos und die etwas größere Schönechse. Seltener bekommt man die beiden harmlosen Schlangenarten und die zwei Froscharten der Malediven zu Gesicht.

Die Vogelwelt auf den Malediven ist mit etwa 113 Vogelarten schon wesentlich reicher. Seevögel bilden den größten Anteil. Häufig trifft man zum Beispiel den Indischen Hausraben an, den Koel (eine Kuckucksart) oder den kleinen Alexandersittich, die einzige Papageienart vor Ort. Auch der uns bekannte Haussperling ist inzwischen auf Male heimisch. Er wurde erst vor wenigen Jahren eingeführt. Auch einige Zugvögel nutzen die Malediven als Zwischenstopp, z.B. der Falke oder der Bussard. An den Stränden sieht man oft Reiher, Seemöven oder Seeschwalben.

Außerdem finden sich eine kleine Skorpionart, Hundertfüßler, Nashornkäfer, die häufige Papierwespe, Moskitos und etwa 70 Schmetterlingsarten auf den Malediven.

Die vielfältige und farbenprächtige Unterwasserwelt der Malediven ist für viele Urlauber immer noch einer der wichtigsten Gründe, seine Ferien hier zu verbringen. Die arten- und formenreichen riffbauenden Steinkorallen bilden die wichtigste Grundlage für das reiche Leben im Meer. Denn letzten Endes verdanken die Malediven ihrer Fähigkeit dem Meerwasser Mineralien zu entziehen und Kalk abzuscheiden ihre Existenz. Die Riffe der Malediven entstanden in Jahrtausenden durch die Arbeit der 200 verschiedenen Arten dieser Nesseltiere.

Die Korallenstöcke sind der ideale Lebensraum für unzählige Tierarten. Dazu zählen unter anderem die Kaiserfische, Doktorfische, Trompetenfische, Kofferfische, Papageifische, Muränen, Schmetterlingsfische, Wimpelfische, Schaukelfische, Seenadeln, Lippfische, Putzerfische, Röhrenaale oder Anglerfische. Auch viele Großfische sind hier heimisch und oft anzutreffen, wie zum Beispiel diverse Haiarten, Barrakudas, Mantas und andere Rochen, Zackenbarsche, Walhai, Napoleon- oder Thunfische. Außerdem kann man Meeresschildkröten, Krebse und Garnelen sowie Anemonen, Seegurken, Muscheln und Nacktschnecken bewundern. 

Zu den giftigen Vertretern der Unterwasserwelt zählen beispielsweise der gut getarnte Steinfisch, der Stachelrochen, der Rotfeuerfisch, die Seeschlange und verschiedene Nacktschneckenarten.

Die empfindlichen Riffe werden leider immer stärker angegriffen. Zum einen durch die Dornenkrone, eine Seesternart, welche die Korallen abfrisst. Zum anderen durch Klima- und Naturereignisse wie El Nino oder das große Seebeben vor einiger Zeit. Und leider sind auch Taucher und Schnorchler nicht immer zimperlich mit der großartigen Unterwasserwelt. Deshalb möchten wir alle Besucher dieses wunderschönen Fleckchens Erde herzlich bitten, unter Wasser nichts zu berühren und schon gar nichts abzubrechen oder zu entfernen.